Oris AquisEvergreen
Das Modelljahr 2024 steht für Oris ganz im Zeichen der neuen Aquis.
Nach dem Gipfelsturm auf den Montblanc in 4810 Metern über dem Meeresspiegel taucht die gleichnamige Uhrenmarke nun in abenteuerliche Tiefen ein – 4810 Meter unter dem Meer. Das neueste Modell aus der Taucheruhren-Kollektion Iced Sea ist mit verstärktem Boden und extradickem Saphirglas sogar bis 6000 Meter wasserdicht getestet, denn die Taucheruhrnorm schreibt eine 25-prozentig höhere Prüflast vor, als auf dem Zifferblatt angegeben werden darf.
Dieses Zifferblatt ist bei der Deep 4810 mit einer unregelmäßig strukturierten Oberfläche versehen, die Erinnerungen an das «Mer de Glace» weckt, einer der größten Gletscher des Mont-Blanc-Massivs. Der Gehäuseboden aus Titan ist mit einem Tauchermotiv graviert und wird in einem aufwendigen Laser-Oxidierungsverfahren koloriert.
Wie alle Montblanc-Taucheruhren der Kollektion Iced Sea 0 Oxygen ist auch die Deep 4810 nach dem Prinzip «Zero Oxygen» montiert, das heißt, das Gehäuse enthält nach dem Zuschrauben keinen Sauerstoff mehr. Was vor Jahresfrist noch als augenzwinkernde Hommage an Reinhold Messners Himalaya-Gipfelbesteigungen ohne Sauerstoffgerät missverstanden werden konnte, hat sich in der Praxis bewährt, beteuert Montblanc-CEO Laurent Lecamp: Aufgrund der gebannten Oxidationsgefahr sei die Ölhaltung besser und die Korrosionsneigung der Komponenten geringer. Außerdem könne man getrost auf ein Heliumventil im Gehäuse verzichten.
Das 43-mm-Gehäuse mit verschraubter Krone ist aus Titan gefertigt und trägt eine einseitig drehbare Lünette aus schwarz eloxiertem Aluminium. Es beherbergt ein – für Montblanc – neues Automatikwerk mit fünf Tagen (120 Stunden) Gangreserve. Die Einschränkung ist notwendig, denn das Kaliber MB 29.29 wird von der Konzernschwester Valfleurier produziert und kommt bereits seit einigen Jahren in verschiedenen Spezifikationen bei ein paar Schwestermarken (Baume & Mercier, IWC, Panerai etc.) zum Einsatz. Vor dem Einbau in die Deep 4810 wird das Uhrwerk noch einer Chronometerprüfung der COSC unterzogen. Weil sich daran noch aufwendige In-House-Tests anschließen, zieht sich die Produktion der 8900 Euro teuren Uhren in die Länge: Mehr als 900 Exemplare werden im ersten Produktionsjahr wohl nicht zu schaffen sein.
Text: Peter Braun